Kodi legal – ist das Media Center legal?

Kodi legal

Wir begrüßen dich zu diesem Text, der dir erklären wird, inwiefern Kodi als legal bzw. inwiefern Kodi als illegal anzusehen ist. Millionen Menschen weltweit vertrauen den Diensten und Angeboten von Kodi als flexible und vielfältige Media-Software. Dabei hinterfragen nicht alle, ob die Angebote von Kodi wirklich legal sind. Andere hingegen sind ängstlich und schrecken eventuell vor Kodi zurück, weil sie glauben, es handle sich um etwas Illegales. Tatsächlich ist die Frage nach legal bzw. illegal nicht so einfach zu beantworten bzw. muss hier hinsichtlich Kodi gut differenziert werden. Wir wollen dir aus diesem Grund eine Antwort auf offene Fragen geben und unter anderem klären:

  • ob Kodi legal ist
  • wie das Kodi Streaming funktioniert
  • ob ein illegales Nutzen von Kodi strafbar ist.

Ehe aber all diese Fragen geklärt werden, wird zunächst erläutert, was Kodi überhaupt ist, sprich: was du dir unter dem bekannten Media Center vorstellen musst.

Das ist Kodi

Kodi hieß früher XBMC – eventuell ist dir dieser Name noch gebräuchlich – und ist heute eine beliebte und äußerst bekannte freie und plattformübergreifende Mediaplayer-Software. Diese Software lässt sich durch eine Vielzahl an Add-Ons und Plug-Ins erweitern und erhielt aus diesem Grund auch viele Auszeichnungen, weil es sich kontinuierlich weiterentwickelt hat und permanent gepflegt und weiter kreiert wird.

Ursprünglich wurde Kodi für die Spielekonsole Xbox entwickelt und erhielt daher anfangs den Namen Xbox Media Player. Im Jahr 2002 folgte dann die Namensänderung hin zu „Xbox Media Center“, was das Kürzel XBMC erklärt. Mit der Version 14 zusammen erfolgte dann der endgültige Namenswechsel zu Kodi. Damit wurde auch eine Abkehr von der Xbox-Konsole eingeleitet und rechtliche Probleme wurden damit aus dem Weg geräumt.

Bei der besagten Software handelt es sich heute um einen Mediaplayer, der normalerweise mit Fernsehgerät und Fernbedienung betrieben und gesteuert wird. Kodi kann sogenannte Metadaten von Mediendateien auslesen und in einer eigenen Datenbank speichern. Kodi nutzt außerdem zusätzliche Inhalte aus dem Internet, um dem Nutzer einen Mehrwert zusätzlich zu der reinen Abspielfunktion bieten zu können. Unter anderem können mithilfe der beliebten Plug-Ins Darstellerlisten, Untertitel, Trailer aber auch Filmposter abgerufen werden – es handelt sich dabei um Möglichkeiten zur Erweiterung des Media Centers, welche von Drittanbietern, also nicht von Kodi selbst zur Verfügung gestellt werden. Beispiele dafür sind unter anderem Internet-Videoportale wie YouTube, Veoh oder Hulu. Doch auch Internet-Videoportale von ARD oder ZDF spielen eine Rolle und können via Kodi abgerufen werden.

Durch die besagten Plug-Ins ist es auch möglich, Video-on-Demand-Dienste zu integrieren. Die Kodi-Software lässt sich via Maus, Tastatur, Joypad aber auch klassisch durch Fernbedienungen oder via Web-Interface, Wiimote, Wlan-Mobiltelefon bzw. Bluetooth-Mobiltelefon bedienen.

Die Leistungen der Hardware

Die Hardwareleistungen von Kodi sind vergleichsweise gering. Unter Windows wird ein Grafikprozessor verlangt, der mindestens DirectX 9,0c unterstützt. Ein Treiber muss installiert sein, welcher Level 9 (ab DirectX 11) handhaben kann. Unter Linux wird mindestens OpenGL 2.0 gefordert. Neue Techniken werden von Kodi aufgegriffen und integriert, wodurch beispielsweise das Abspielen von HD-Videos auf schwächeren Systemen ermöglicht wird. Kodi unterstützt diverse Audio-, Video- und auch Bildformate, wozu unter anderem sogenannte physische Medien wie

  • CDs
  • DVDs
  • DVD-Video
  • Video CDs
  • Audio-CD (CDDA)
  • Blu-rays (unverschlüsselt)
  • USB Flash Drives
  • Festplatten

gehören.

Außerdem werden folgende Netzwerkprotokolle akzeptiert:AirPlay/AirTunes, UPnP, SMB/SAMBA/CIFS, AFP, Zeroconf/Avahi/Bonjour, NFS, HTTP, HTTPS, FTP, RTSP (RTSPU, RTSPT), MMS (MMSU, MMST), Podcasting, TCP, UDP, SFTP, RTP und RTMP (beinhaltet RTMP, RTMPT, RTMPE, RTMPTE, RTMPS), DHCP, NTP und WebDAV.

Zusätzlich sind die folgenden Medien-Container im Zusammenhang mit Kodi zu nennen: AVI, MPEG, WMV, ASF, FLV, MKV/MKA (Matroska), QuickTime, MP4, M4A, AAC, NUT, Ogg, OGM, RealMedia RAM/RM/RV/RA/RMVB, 3gp, VIVO, PVA, NUV, NSV, NSA, FLI, FLC, DVR-MS und WTV.

Alle gängigen Videoformate sind mit Kodi kompatibel, dazu zählen: MPEG-1, MPEG-2, H.263, MPEG-4 SP und ASP, MPEG-4 AVC (H.264), H.265 (seit Kodi 14) HuffYUV, Indeo, MJPEG, RealVideo, RMVB, Sorenson, WMV und Cinepak.

Audioformate sind sogar noch mehr vorhanden, wenn es um Kodi und um Kompatibilität geht. MIDI, AIFF, WAV/WAVE, AIFF, MP2, MP3, AAC, AACplus (AAC+), Opus, Vorbis, AC3, DTS, ALAC, AMR, FLAC, Monkey’s Audio (APE), RealAudio, SHN, WavPack, MPC/Musepack/Mpeg+, Shorten, Speex, WMA, IT, S3M, MOD (Amiga Module), XM, NSF (NES Sound Format), SPC (SNES), GYM (Genesis), SID (Commodore 64), Adlib, YM (Atari ST), ADPCM (Nintendo GameCube) und CDDA werden unterstützt.

Nicht zuletzt sind hier Digital-Bildformate wie RAW-Formate, BMP, JPEG, GIF, PNG, TIFF, MNG, ICO, PCX und Targa/TGA sowie Untertitelformate wie AQTitle, ASS/SSA, CC, JACOsub, MicroDVD, MPsub, OGM, PJS, RT, SMI, SRT, SUB, VobSub und der VPlayer zu nennen.

Letztlich ist Kodi auch mit den folgenden Metadaten kompatibel: APEv1, APEv2, ID3 (ID3v1 und ID3v2), ID666, Exif und IPTC (mit GeoTagging) für Bildformate.

Ist Kodi legal oder illegal?

Nach diesen einleitenden Informationen widmen wir uns nun der Frage, ob Kodi legal oder illegal ist. Im Juni 2017 wurde ein niederländischer Hersteller vom Europäischen Gerichtshof tatsächlich verurteilt, weil ein Media-Player mit Kodi und entsprechenden Streaming-Addons verkauft wurde. Kodi ist nun mal bekannt für die vielen Addons und Erweiterungen, die verkauft und vertrieben werden. Einige machen daraus ein Geschäft und verkaufen Android TV Boxen und auch andere Hardware mit dem vorinstallierten Kodi Media Center. Was sagt das generell über die rechtliche Lage aus?

Videos aus nicht offiziellen Quellen werden beim Streamen nicht heruntergeladen, sondern in einem sogenannten Cache zwischengespeichert. Beim Herunterladen wird aber eine digitale Kopie erzeugt und solch eine Kopie ist illegal. Der Cache ist jedoch ein flüchtiger Speicher, was bedeutet, dass das Video nie vollständig in diesem Cache abgespeichert wird. Doch der Gerichtshof hatte entschieden, dass auch das Streamen aus nicht berechtigten Quellen illegal sei. Grundsätzlich war die generelle Nutzung des Media Centers aber legal und so wird es auch bleiben. Kodi ist lediglich eine Media-Center-Software, die grundsätzlich ohne vorinstallierte Addons funktioniert. Daher ist die Frage nach Legalität oder nicht hier gar nicht gegeben.

Offizielle und inoffizielle Addons

Neben den legalen Addons aus dem offiziellen Kodi-Repository gibt es aber auch Addons, welche das Schauen von Filmen, Serien und das Streamen von Musik ermöglichen. Hier muss jeder Anwender für sich entscheiden: kann es legal sein, Inhalte zu streamen, die eigentlich kostenpflichtig wären? Und wie sieht es mit der Gefahr aus, erwischt zu werden? Rein technisch betrachtet ist es möglich, Nutzer über die IP-Adresse zu identifizieren. Dafür wäre die öffentliche IP-Adresse erforderlich. Internet-Logs werden vom Internetanbieter sieben Tage lang abgespeichert, bevor sie gelöscht werden. Das heißt: es können lediglich Internetaktivitäten der letzten sieben Tage zurückverfolgt werden.

Außerdem haben auch noch Streaming-Plattformen Zugriff auf die IP-Adresse. Soll ein Nutzer überführt werden, dann muss die Behörde Zugang zu den Servern des Anbieters bekommen und zugleich hoffen, dass die Protokolle der Besucher hier auch aufgezeichnet wurden. So verhält es sich jedenfalls mit kostenlosen Streams.

Handelt es sich allerdings um Streams in höherer Qualität, dann wird hier vom Anbieter meist ein Entgelt verlangt. Es muss also für einen illegalen Dienst gezahlt werden. Wenn du dich für eine anonyme Zahlungsmethode wie Bitcoin entscheidest und du eine falsche Adresse angibst, kann man dich nicht zurückverfolgen. Die Frage ist nur, ob du das willst. Die meisten Benutzer verwenden PayPal und vermitteln dabei ihre echten Daten, was dazu führt, dass sie leichter erwischt werden können. Wenn also Inhalte temporär heruntergeladen werden und im Cache gespeichert sind, ist die Datenlage uneindeutig. Von einem Besitz kann hier nicht die Rede sein. Anders verhält es sich bei einem Video-Addon, welches Peer-to-Peer-Funktionen verwendet.

Werden über ein solches Addon Videoinhalte angeschaut, dann werden sie gleichzeitig auch hochgeladen, damit andere Nutzer davon profitieren können. Dies entlastet die Server. Doch gleichzeitig verbreitest du durch dieses Prozedere den Stream, was wiederum illegal ist. Darunter fallen unter anderem auch „Torrents“. Allerdings sind diese P2P-Streams selten als solche gekennzeichnet, was sie gefährlich werden lässt. P2P-Addons sind beispielsweise AceStream, SopCast oder Plexus. Es sollten Maßnahmen getroffen werden, um sich zu schützen oder du verzichtest einfach generell auf diese Art von Streams.

Die Inanspruchnahme eines VPN Services

Damit ein Nutzer überführt wird, muss also letztlich vieles zusammenkommen. Dennoch kann es ratsam sein, ein sogenanntes VPN zu nutzen. VPN steht für Virtual Private Network und jenes VPN verschlüsselt den Internetverkehr, ehe die Daten zum Zielserver gelangen. Neben der IP-Adresse wird auch die Herkunft des Signals verschleiert.

Viele Menschen nutzen kostenlose Anbieter oder Browser-Addons, um sich zu schützen. Dabei zeichnen viele VPN- und Proxy-Dienste Nutzerdaten auf und verkaufen diese anschließend. Seriöse VPN-Anbieter können daher etwas kosten, wenn auch nicht zu viel. Nach etwas Recherche im Internet sollte man herausfinden können, welche Anbieter als seriös einzuschätzen sind.

Festzuhalten bleibt letztlich, dass es sich bei Kodi um ein grundsätzlich legales Angebot handelt. Die Addons wiederum können Inhalte entschlüsseln, die eigentlich zahlungspflichtig wären, sodass man sich hier strafbar machen könnte. Ob man allerdings wirklich verfolgt und erwischt werden kann, ist mehr als fraglich. Hier kann das besagte VPN Abhilfe schaffen, sofern man dies möchte. Die offiziellen Programm-Möglichkeiten von Kodi sind aber legal und unbedenklich.